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GEPRÜFT AM 23.09.2026. ZAHLEN AUS DREI LAUFENDEN PARTNERPROGRAMMEN.

Affiliate-Marketing für Onlineshops: der Kanal, den Sie erst nach dem Verkauf bezahlen

Ein Werbekanal, der erst bei Erfolg mit Ihnen abrechnet, das ist Affiliate-Marketing. Doch damit daraus echtes Wachstum wird, muss der Kanal gepflegt werden, wie Google Ads oder Meta. Ein Kanal, den niemand anfasst, wächst auch nicht.

KURZE ANTWORT

Affiliate-Marketing füllt die Lücken im Marketing-Mix Ihres Shops, und das ohne bezahlte Vorleistung. Die Frage ist deshalb nicht, ob Sie Affiliate machen sollten, sondern welcher Partner welchen Beitrag leistet. Diese Antwort finden Sie im Netzwerk und in Ihrem Shop.

Alle Zahlen stammen aus drei laufenden Affiliate-Partnerprogrammen. Die vollständige Auswertung samt Prüfkorpus steht am Ende der Seite.

Florian Müller, Gründer und Geschäftsführer der ecom flow GmbH, Autor dieses Ratgebers

Autor: Florian Müller

Gründer und Geschäftsführer der ecom flow GmbH. Seit 2020 Shopify-Projekte für inhabergeführte Shops im DACH-Raum.

Wann sich Affiliate-Marketing für Onlineshops lohnt

Affiliate-Marketing lohnt sich für Onlineshops, wenn Sie den Beitrag je Partner messen und beurteilen können. Der Kanal kostet Sie nur im Erfolgsfall, er bringt Reichweite, die Sie nicht selbst aufbauen müssen, und er liefert in unseren Programmen Kunden mit überdurchschnittlichem Warenkorb. Die Kosten bestehen aus zwei Teilen, der Provision für den Partner und der Gebühr für das Netzwerk. Wirtschaftlich entschieden wird der Kanal an einer einzigen Frage: Wie viele der vermittelten Bestellungen wären ohne den Partner auch gekommen? Diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten, aber eingrenzen. Genau das ist die Arbeit am Programm.

In eigener Sache

ecom flow ist Shopify-Partner des Affiliate-Netzwerks ADCELL. Wir empfehlen den Kanal, wir richten Programme ein, und wir verdienen daran, wenn ein Shop uns mit der Auswertung beauftragt. Alle Zahlen in diesem Artikel stammen aus Programmen, die wir selbst betreuen. Sie sind von den Shopbetreibern freigegeben.

Wovon wir abraten. Wenn Ihr Shop nur wenige Bestellungen im Monat hat oder keine Wiederkäufe kennt, trägt der Aufwand für ein gesteuertes Programm nicht. Dann ist Affiliate-Marketing nicht falsch, aber Sie führen und pflegen es besser selbst. Auch wenn Ihre Marge für eine übliche Provisionshöhe nicht ausreicht, ist der Kanal für Sie rechnerisch ausgeschlossen, und daran ändert keine Optimierung etwas.

Was der Kanal wirklich kostet

Die Kosten bestehen aus zwei Teilen. Die Provision für den Partner steht im Programm, die Netzwerkgebühr steht im Vertrag. Rechnen sollten Sie immer mit beiden. Die Netzwerkgebühr ist dabei der Preis für das, was Sie sonst selbst aufbauen müssten: Abrechnung, Tracking, Partnerverwaltung und der Zugang zu Partnern, die Sie einzeln nie gewinnen würden. Ab 7 % Publisher-Provision berechnet das Netzwerk zusätzlich 30 % relativ auf diese Provision. Aus 7 % werden also 9,1 % Gesamtkosten, aus 8 % 10,4 %. Liegt die Publisher-Provision unter 7 %, kommen stattdessen 2 Prozentpunkte fix obendrauf, aus 4 % werden also 6 %.

Gesamtkosten je Provisionssatz

Publisher-ProvisionNetzwerkgebührGesamtkosten
8 Prozentplus 2,4 Prozentpunkte10,4 Prozent
7 Prozentplus 2,1 Prozentpunkte9,1 Prozent
4 Prozentplus 2,0 Prozentpunkte fix6,0 Prozent
0,5 Prozentplus 2,0 Prozentpunkte fix2,5 Prozent

Quelle: ADCELL, Partnergespräch vom 16.06.2026.

FÜR IHRE KALKULATION

Was das für Ihre Kalkulation heißt. Rechnen Sie nie mit der Zahl, die im Programm steht. Rechnen Sie mit den Gesamtkosten je Bestellung, und legen Sie die gegen Ihren Deckungsbeitrag, nicht gegen den Umsatz. In einem der von uns betreuten Shops liegt der Rohertrag bei rund 70 %, nach Logistik, Shopgebühren und Zahlungsabwicklung bleiben rund 50 %. Erst gegen diese 50 % ergibt eine Provision von 10 % überhaupt eine Aussage.

Die Höhe der Provision ist kein Naturgesetz, sondern eine Verhandlung über Aufmerksamkeit. Als Orientierung nennt ADCELL rund 30 bis 50 €, die bei einem Bestellwert von 500 € beim Partner hängenbleiben sollten. Das entspricht etwa 6 bis 10 %. Bei hohen Warenkörben ist eine Staffelung nach Bestellwert der bessere Weg als ein fester Prozentsatz. In den vier Konditionsmodellen des von mir ausgewerteten Programms lagen die Sätze bei 5, 10, 15 und 20 %, gestaffelt nach Partnertyp.

Die entscheidende Unterscheidung

Ein vermittelter Verkauf ist nicht dasselbe wie ein gewonnener Kunde. Das Netzwerk zeigt Ihnen, wer die letzte Station vor dem Kauf war. Ob dieser Kunde ohne die Station auch gekauft hätte, kann kein Werbekanal beantworten, Google Ads so wenig wie Affiliate. Beantworten lässt sich das nur in Ihrem Shop. Genau in dieser Lücke entscheidet sich, ob Ihr Programm Wachstum kauft oder Bestellungen bezahlt, die ohnehin gekommen wären.

Die Zahl, an der das sichtbar wird. Im Programm von omega3zone, das ich betreue, waren ab Mai 2026 61,7 % der Affiliate-Bestellungen von Kunden, die schon einmal gekauft hatten. 457 von 741 Transaktionen, neu waren 38,3 %. Die Zahl hat mich ehrlich gesagt überrascht. Beide Werte habe ich unabhängig über die Bestellhistorie im Shop gegengeprüft, sie stimmen überein.

Warum das kein Vorwurf ist. Ein Bestandskunde, der über einen Partner zurückkommt, hat einen Wert, besonders wenn er keinen Newsletter bekommt und über keinen anderen Kanal erreichbar ist. Der Punkt ist ein anderer: Für einen Kunden, den Sie schon haben, zahlen Sie in der Standardeinstellung denselben Satz wie für einen, den Sie neu gewinnen. Das ist eine Entscheidung, die Sie treffen können, sobald Sie die Zahl kennen. Und Sie können sie auch umsetzen: ADCELL vergütet Neu- und Bestandskunden über getrennte Ereignisse unterschiedlich, wenn Sie das im Programm hinterlegen. Das Werkzeug liegt bereit, es muss nur eingeschaltet und gepflegt werden.

Wie die Abrechnung technisch läuft

Die Abrechnung hängt an drei Punkten, und alle drei können Sie prüfen. Erstens der Wert, der gemeldet wird. Gemeldet werden muss der Nettowert nach Rabatt und ohne Versand. Zweitens der Zeitpunkt: Die Provision wird zunächst als offen geführt und nach einer Freigabefrist endgültig. Drittens die Zuordnung, also welcher Partner den Verkauf bekommt.

Prüfen Sie, ob zwei Trackings parallel laufen. Wenn neben der App des Netzwerks noch ein eigenes Tracking eingebaut ist, meldet Ihr Shop dieselbe Bestellung unter Umständen doppelt. Eine doppelte Meldung sieht von außen niemand, in Ihren Zahlen fällt sie auf.

Prüfen Sie die Freigabefrist gegen Ihre Retourenfrist. Wenn Ihre Kunden 30 Tage Rückgaberecht haben, die Provision aber nach 14 Tagen endgültig freigegeben wird, zahlen Sie systematisch auf Ware, die noch zurückkommen kann. Das ist keine Fehlfunktion des Netzwerks, sondern eine Einstellung, die zu Ihrem Sortiment passen muss.

Zwei Vermutungen, die sich nicht bestätigt haben

Zwei Verdachtsmomente höre ich immer wieder von Shopbetreibern. Ich habe beide an drei laufenden Programmen geprüft, keiner hat sich bestätigt.

Die erste Vermutung. Das Netzwerk rechne die Provision auf den Warenkorb vor Abzug des Gutscheins. Nicht bestätigt. Im ersten Programm stimmten alle 742 Transaktionen aus dem Abrechnungsexport für das vierte Quartal 2025 mit dem tatsächlichen Warenkorb überein. Im zweiten waren es 99,36 %. Im dritten fand sich unter 84 Rabattbestellungen kein einziger Fall, in dem der Wert vor Rabatt abgerechnet wurde.

Die zweite Vermutung. Die App wende einen pauschal hinterlegten Steuersatz an. Ebenfalls nicht bestätigt. Über die 1.745 im Jahr 2026 verknüpften Transaktionen liegt der Median exakt bei 7 % und damit beim tatsächlichen Steuersatz des Shops, auch bei Auslandslieferungen und gemischten Warenkörben.

Warum ich das schreibe. Beide Punkte können für Misstrauen gegenüber dem Kanal sorgen, und beide Sorgen sind unbegründet. Die Stelle, an der Shops wirklich Geld liegen lassen, ist eine andere.

HINWEIS ZUR EIGENPRÜFUNG

Rechnen Sie den Steuersatz immer gegen den tatsächlichen Mischsatz der Bestellung, also ausgewiesene Steuer geteilt durch den Nettobetrag. Der Vergleich gegen den Steuersatz einer einzelnen Position führt bei gemischten Sortimenten zwangsläufig zu einem falschen Ergebnis.

Retouren und Stornos, die Stelle mit dem Geld

Affiliate-Netzwerke rechnen auf dem Bestellwert ab, der im Moment des Kaufs gilt. Was danach passiert, muss Ihr Shop zurückmelden. Dafür gibt es eine Schnittstelle. Nur bedient sie im Alltag oft niemand, denn die Rückmeldung fällt täglich an, betrifft jede einzelne Bestellung und geht im Tagesgeschäft unter. Das ist kein Vorwurf an den Shop. Sie bleibt trotzdem Aufgabe des Shopbetreibers, und dafür gibt es zwei Wege: jede Bestellung von Hand im Programm korrigieren oder die Schnittstelle automatisch bedienen lassen.

Die Zahl aus einem Shop, den ich geprüft habe. In zwölf Monaten kamen dort 10.762 Bestellungen über den Affiliate-Kanal. 300 davon wurden retourniert oder storniert, das sind 2,79 %. Im Programm als Storno erfasst war davon genau eine. Die Provision auf diese Bestellungen lag bei 723,54 € im Jahr, inklusive Netzwerkanteil.

So rechnen Sie Ihren eigenen Wert. Affiliate-Warenkorb mal Retourenquote mal Provisionsquote inklusive Netzwerkanteil. Ein Shop mit 650.000 € Affiliate-Warenkorb, 2 % Retouren und 5 % Provision liegt bei rund 650 € im Jahr. Derselbe Shop mit 30 % Retouren liegt bei rund 9.750 €. Dazu kommt Arbeitszeit: Eine manuelle Rückmeldung dauert erfahrungsgemäß rund sechs Minuten, bei 300 Fällen sind das 30 Stunden im Jahr.

WO DER HEBEL KLEIN IST

Wo der Hebel klein ist, sagen wir das. In Sortimenten, in denen kaum etwas retourniert wird, bewegt die Rückmeldung wenig. Und es gibt Shopbetreiber, die bewusst nicht stornieren, weil die Werbeleistung erbracht wurde. Beides ist vertretbar. Dann liegt Ihr Hebel woanders, nämlich bei der Bewertung der Partner.

Gutscheinportale, und die Frage, die dahinter steht

Gutscheinportale sind der am meisten diskutierte Partnertyp, und die Diskussion wird meist ohne Zahlen geführt. Der Vorwurf lautet, sie schöpften Bestellungen ab, die ohnehin gekommen wären. Die Gegenrede lautet, sie retteten abbrechende Warenkörbe. Beides kann stimmen. Welches davon in Ihrem Shop überwiegt, zeigen zwei Zahlen.

Was ich gemessen habe. In einem Programm trugen bei der größten Gutscheinseite 75,9 % der vermittelten Bestellungen einen Rabattcode. Von 184 Einlösungen eines hauseigenen Codes, der nie öffentlich beworben wurde, liefen 152 über diesen einen Partner. Der Code war auf Gutscheinseiten gelandet.

Was daraus folgt, und was nicht. Daraus folgt nicht, dass der Partner unseriös arbeitet. Codes verbreiten sich, das passiert in vielen Shops, ganz ohne Absicht des Partners. Daraus folgt, dass dieser Partner doppelt kostet, nämlich Rabatt und Provision, und dass beide Positionen getrennt ausgewiesen werden müssen. Rechnet man nur die Provision, sieht dieser Partnertyp systematisch besser aus, als er ist.

DIE GEZOGENE KONSEQUENZ

Die Konsequenz, die ein Shopbetreiber daraus gezogen hat. In dem genannten Programm wurde die Bestandskundenprovision im Gutscheinsegment halbiert, die Neukundenprovision blieb unverändert, und der hauseigene Code wurde beendet. Umverteilen statt kürzen, das ist der Unterschied. Wer pauschal kürzt, verliert die guten Partner zuerst.

Welcher Partner Ihren Kanal trägt

In einem Programm mit 165 angemeldeten Partnern haben 27 überhaupt Umsatz gebracht. Die acht größten machten 82 % aller Affiliate-Bestellungen. Ein Programm ist also kein Netzwerk von hunderten Partnern, sondern eine Handvoll, die trägt, und ein langer Rest, der verwaltet werden will.

Die Partnertypen unterscheiden sich in dem, was sie liefern. Gutscheinseiten bringen Volumen, oft am Ende der Kaufentscheidung. Preisvergleiche bringen Käufer mit klarer Absicht. Retargeting-Partner holen Kaufabbrecher zurück, und ihre Reichweite wirkt nebenbei wie eine Branding-Kampagne. Content-Partner bringen die wenigsten Bestellungen und die besten Kunden. Beim Retargeting lohnt der zweite Blick, weil Shopify und die meisten Analysewerkzeuge Klicks sehen und Einblendungen nicht. Holt ein Partner Besucher zurück, die Sie zuvor über einen anderen Kanal eingekauft haben, zahlen Sie zwei Kanäle für dieselbe Bestellung. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, wie viele dieser Kunden ohne den Anstoß nicht zurückgekommen wären.

Was Sie selbst steuern müssen. Ein Programm läuft nicht von allein. Drei Dinge gehören auf Ihren Tisch. Erstens die Zahl der Retargeting-Partner im Verhältnis zu Ihrem Traffic. Zweitens die Laufzeit des Post-View-Cookies (also wie lange eine reine Einblendung noch als Vermittlung zählt), die Sie selbst festlegen. Drittens die Konditionsmodelle, die einmal im Quartal einen Blick verdienen. Wer das tut, bekommt einen Kanal, der mitwächst. Wer ihn nur laufen lässt, wundert sich später über die Summe der Provisionen und stellt den falschen Kanal infrage.

Was Sie dafür brauchen. Die Zuordnung muss in Ihrem Shop ankommen, nicht nur im Netzwerk. Wenn der vermittelnde Partner als Bestellmerkmal im Shop steht, können Sie ihn mit allem verknüpfen, was Sie dort ohnehin messen: Wiederkauf, Kundenwert, Segmente. Erst dann lässt sich sagen, welcher Partner Kunden bringt und welcher Bestellungen.

BEFUND AUS DEM KANAL

Ein Befund, der für den Kanal spricht. In diesem Programm mit den 165 angemeldeten Partnern lag die Retourenquote der Affiliate-Bestellungen bei 0,27 %, im restlichen Shop bei 2,58 %. Der durchschnittliche Bestellwert lag bei 99,13 € gegenüber 74,31 €. Wie hoch die Retourenquote ausfällt, hängt am Sortiment, in dem weiter oben genannten Shop lag sie höher. Die Kundenqualität aus dem Kanal ist also nicht das Problem. Der offene Punkt liegt bei den Konditionen.

Affiliate-Netzwerk oder eigenes Programm

Drei Wege, und keiner ist für alle richtig. Über ein Netzwerk erreichen Sie sofort viele Partner, zahlen dafür die Netzwerkgebühr und bekommen Abrechnung, Tracking und Partnerverwaltung mitgeliefert. Ein eigenes Programm über eine App spart die Gebühr, verlangt aber, dass Sie Partner selbst gewinnen, prüfen und auszahlen. Kein Affiliate ist die richtige Entscheidung, wenn Ihre Marge den Satz nicht trägt oder Ihr Sortiment keine Wiederkäufe kennt.

  1. Hat das Netzwerk Partner in Ihrer Nische?

    Ja

    Dann zählt genau dieser Partnerbestand, nicht die Gesamtzahl der Partner. Sehen Sie nach, welche Typen dort vertreten sind: Gutscheinseiten, Preisvergleiche, Retargeting, Content.

    Nein

    Dann bringt Ihnen eine große Gesamtzahl wenig. Fragen Sie vor der Entscheidung nach Referenzen aus Ihrer Warengruppe.

  2. Lassen sich Neu- und Bestandskunden getrennt vergüten?

    Ja

    Dann können Sie den Beitrag je Partner gezielt honorieren und umverteilen, statt pauschal zu kürzen.

    Nein

    Dann zahlen Sie für einen Kunden, den Sie schon haben, denselben Satz wie für einen neuen. Das können Sie so entscheiden, Sie sollten es nur wissen.

  3. Passt die Freigabefrist zu Ihrer Retourenfrist?

    Ja

    Dann bleibt Ihnen Zeit, Retouren und Stornos zurückzumelden, bevor die Provision endgültig wird.

    Nein

    Dann zahlen Sie systematisch auf Ware, die noch zurückkommen kann. Lassen Sie die Frist an Ihr Sortiment anpassen.

  4. Kommen Sie an einen Transaktionsexport?

    Ja

    Dann können Sie die Rohdaten gegen Ihre Bestellungen legen und jede Zahl aus diesem Artikel in Ihrem eigenen Shop nachrechnen.

    Nein

    Dann bleibt Ihnen nur die Sicht des Netzwerks. Klären Sie den Zugang zu den Rohdaten, bevor Sie sich entscheiden.

Ohne diesen Export können Sie nichts von dem prüfen, was in diesem Artikel steht. Am Ende entscheidet deshalb eine sehr praktische Frage: Kommen Sie an Ihre eigenen Zahlen ran?

Drei Irrtümer

„Affiliate kostet nichts, man zahlt ja nur im Erfolgsfall.“ Es kostet im Erfolgsfall, und der Erfolgsfall ist nicht immer einer. Provision plus Netzwerkgebühr plus möglicher Rabatt, gerechnet gegen den Deckungsbeitrag, ist die ehrliche Zahl.

„Das Netzwerk müsste doch merken, wenn etwas zurückgeht.“ Das kann es nicht. Das Netzwerk kennt den Bestellwert im Moment des Kaufs. Alles danach passiert in Ihrem Shop, und nur Ihr Shop kann es zurückmelden. Dafür ist der Shopbetreiber verantwortlich, von Hand oder automatisch über die Schnittstelle.

„Wir haben 165 Partner, das läuft.“ In der Regel tragen weniger als zehn. Der Rest ist Verwaltung. Die Frage ist nicht, wie viele Partner Sie haben, sondern welche fünf Sie besser stellen sollten.

Häufige Fragen

Wie viel Provision zahlt man als Shopbetreiber im Affiliate-Marketing?

Üblich sind je nach Sortiment und Partnertyp 5 bis 20 % auf den Nettowarenkorb. Dazu kommt die Netzwerkgebühr. Bei ADCELL sind das ab 7 % Publisher-Provision zusätzlich 30 % relativ, unter 7 % 2 Prozentpunkte fix. Aus 10 % werden so 13 % Gesamtkosten. Stand 16.06.2026.

Lohnt sich Affiliate-Marketing für einen Onlineshop?

Ja, wenn Ihre Marge den Gesamtsatz trägt und Sie den Beitrag je Partner messen können. In den von uns betreuten Programmen liegt der Warenkorbwert über dem Shopdurchschnitt und die Retourenquote deutlich darunter.

Muss ich Retouren im Affiliate-Marketing stornieren?

Ja, und zwar vor Ablauf der Freigabefrist. Danach ist die Provision endgültig. In einem Shop, den ich geprüft habe, war von 300 retournierten Affiliate-Bestellungen genau eine im Programm als Storno erfasst. Die Rückmeldung ist Aufgabe des Shops, entweder von Hand oder automatisch über die Schnittstelle.

Wie erkenne ich, ob ein Partner echte Neukunden bringt?

Indem die Partnerzuordnung als Merkmal an der Bestellung in Ihrem Shop landet. Dann sehen Sie Erstbestellung, Wiederkauf und Kundenwert je Partner. Im Netzwerk allein sehen Sie nur den vermittelten Verkauf.

Lohnen sich Gutscheinportale?

Das hängt von Ihrem Shop ab. Prüfen Sie zwei Zahlen: den Anteil der vermittelten Bestellungen mit Rabattcode und die Frage, ob Ihre eigenen Codes auf Gutscheinseiten auftauchen. Liegt beides hoch, zahlen Sie zweimal für dieselbe Bestellung.

Kann ich Neu- und Bestandskunden unterschiedlich vergüten?

Ja, wenn das Netzwerk die Unterscheidung technisch unterstützt. Bei ADCELL ist das über getrennte Ereignisse möglich. Das ist der wirksamste Hebel, wenn ein großer Teil Ihrer Affiliate-Bestellungen von Bestandskunden kommt.

Wie viele Partner braucht ein Programm?

Weniger als Sie denken. In einem Programm, das ich ausgewertet habe, brachten 27 von 165 Partnern überhaupt Umsatz, acht davon 82 % der Bestellungen.

Was kostet der Einstieg?

Das hängt vom Netzwerk ab. Achten Sie beim Vergleich auf die Gesamtkosten je Bestellung, nicht auf die sichtbare Provision.

Quellen und Prüfkorpus

Tabelle 1, Prüfkorpus

KriteriumErgebnis
Eigene Zahlen im Text5 von 8
Quelle je Zahl0 von 8
Abrufdatum0 von 8
Retouren und Stornos2 von 8
Wären die Bestellungen auch ohne Partner gekommen1 von 8
Deckungsbeitrag oder Kundenwert1 von 8
Befangenheit offengelegt6 von 8

Prüfkorpus: acht deutschsprachige Seiten zu Affiliate-Marketing für Onlineshops, ausgelesen am 23.09.2026, Kriterien und Auszählung.

Tabelle 2, eigene Datenbasis

ProgrammUmfang
GrundgesamtheitDrei laufende ADCELL-Programme in Shopify-Shops, ausgewertet zwischen April und September 2026.
Programm 1 (omega3zone, mit Freigabe genannt)1.767 Transaktionen aus der Abrechnung, davon 741 ab Mai 2026 für die Neu- und Bestandskundenanalyse, gegen 16.555 Shopify-Bestellungen.
Programm 210.762 Affiliate-Bestellungen über zwölf Monate bis August 2026.
Programm 3223 Transaktionen als Gegenprobe, ausgewertet ohne unsere eigenen Auswertungswerkzeuge.

Methode: ADCELL-Transaktionsexport gegen Shopify-Bestellexport desselben Zeitraums, verknüpft über die Bestellnummer.

TABELLE 3, PRIMÄRQUELLEN

Konditionslogik ADCELL aus dem Partnergespräch vom 16.06.2026.

Änderungsprotokoll: 26.09.2026, Einleitung und einzelne Formulierungen überarbeitet, Verantwortung für die Storno-Rückmeldung ergänzt, Rechenbeispiele zur Provisionshöhe und zur Retourenrechnung korrigiert, Programmbezug bei den Retourenquoten klargestellt. 23.09.2026, Erstveröffentlichung. Wir prüfen diesen Artikel nach, sobald sich Konditionen oder Abrechnungsregeln der genannten Netzwerke ändern, und tragen das Ergebnis hier ein, auch wenn sich nichts geändert hat.

Sie wollen wissen, welcher Partner Ihren Kanal wirklich trägt?

Die Zahlen in diesem Artikel stammen aus Programmen, die wir betreuen. Wenn Sie wissen wollen, wie die Werte in Ihrem Shop aussehen, schauen wir gemeinsam auf Ihr Programm. Fünfzehn Minuten, ohne Verpflichtung.

Florian Müller, Gründer und Geschäftsführer der ecom flow GmbH

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Gründer und Geschäftsführer der ecom flow GmbH

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